In Aurich gibt es bestimmt noch etwas zu entdecken – dachten sich die Klüngeltüngels und machten im Mai unter Leitung von Manfred Albrecht einen Stadtgang. Der hatte sich wieder prima vorbereitet und führte die 15 Teilnehmer vom Bonihaus durch die Lohne zunächst zum Marktplatz. Die Lohnen waren früher Entwässerungsgräben. Er erzählte ein wenig über die Geschichte Aurichs, die sich bis ins 13. Jh. zurückverfolgen lässt.

An der Westseite des Marktplatzes neben dem früheren Schwarzen Bären weist eine Tafel auf das das Wohnhaus von Hofrat T. D. Wiarda hin, der hier von 1749 bis zu seinem Tode 1826 gewohnt hat. Wiarda war Rechtsanwalt und erster Sekretär der Ostfriesischen Landschaft. Außerdem verfasste er 9 Bände Ostfriesische Geschichte. Rechts daneben steht das 1735 errichtete Knodtsche Haus, ein Bürgerhaus im niederländischen Spätbarockstil und benannt nach seinem langjährigen Besitzer Rechtsanwalt Wilhelm Knodt, der es 1913 erwarb.

Nächster Halt war die Reformierte Kirche, 1812 bis 1814 nach Plänen des Auricher Architekten C. B. Meyer erbaut. An der Alten Kantorei (ehemalige Volksschule) vorbei ging es in den Lambertshof und über einen Hinterhof zum Synagogenplatz am Hohen Wall. Hier steht ein Modell der Auricher Synagoge, die 1938 zerstört wurde.

Am Lambertshof steht das frühere Lyceum, errichtet 1820/22, war später Gymnasium, bis 1907 das Ulricianum gebaut wurde. Dann war das Gebäude Sitz der Evangelisch-reformierten Landeskirche Nordwestdeutschlands, ab 1955 u. a. Staatshochbauamt.

Die Lambertikirche war geöffnet, so konnten sich die Klüngeltüngels etwas ausruhen, während Manfred weitere Informationen gab. Das Gotteshaus wurde in den Jahren 1833 – 1835 nach Plänen von C. B. Meyer errichtet. Das Sehenswerteste ist wohl der Ihlower Altar, zwischen 1490 und 1505 für das Zisterzienserkloster in Ihlow angefertigt; dieser würde wohl eher in eine katholische Kirche passen, da er die 7 Sakramente darstellt.

Nun ging es in die Fußgängerzone, vorbei am klassizischtischen Conring’schen Haus zur Burgapotheke, neben der man einen Mühlstein findet. Er erinnert an eine Wassermühle, die es im 15./16. Jh. in Aurich gab – kurz vor Einmündung des Stadtgrabens in den Burggraben. Zwischen den einzelnen Stationen wusste Manfred immer etwas zu erzählen über das, was am Weg lag und interessant war.


Durch die Schlossanlage (in der es 2 Münzprägen gab!) ging es dann zurück zum Bonihaus, wo nach ca. 1,5 Stunden Spaziergang der Kaffee/Tee und Krintstuut wartete und in gemütlicher Runde wieder ausgesprochen gut schmeckte.

Im Juni kommen die Klüngeltüngels dann zum jährlichen Sommergrillen zusammen.
Text und Fotos: Hildegard Lüken