Sonntagsgruß von Markus

Wie viele Nerven hat euch die Planung für die anstehenden Sommerferien schon gekostet? Das alljährliche „Kofferraum-Tetris“, bei dem man versucht, das aufblasbare Riesen-Einhorn, drei Paar Wanderschuhe und den halben Hausrat in einen Kompaktwagen zu quetschen, ist schließlich eine ganz eigene olympische Disziplin.

Wir alle sehnen uns in den kommenden Wochen nach einer echten Pause. Wir wollen die Akkus aufladen, die Seele baumeln lassen und einfach mal nichts tun. Doch ironischerweise artet die Suche nach der perfekten Erholung oft in puren Freizeitstress aus. Das Smartphone vibriert im Urlaubsdomizil munter weiter, und der Terminkalender für die freien Tage ist manchmal voller als eine ganz normale Arbeitswoche.

Genau in diese sommerliche Aufbruchsstimmung hinein spricht Jesus im Evangelium für dieses Wochenende (Mt 11, 25–30) Worte, die maßgeschneidert für unsere Urlaubszeit wirken. Er benutzt dabei keine komplizierte, hochtheologische Sprache, für die man erst ein Studium bräuchte. Nein, er spricht uns ganz direkt und bodenständig an:

„Kommt alle her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken.“

Wenn man das in unser heutiges Alltagsdeutsch übersetzt, sagt Jesus eigentlich nichts anderes als: Kommt erst mal an, atmet tief durch und ladet euren Ballast bei mir ab.

Das Spannende daran ist: Er meint damit vermutlich weniger das schwere Urlaubsgepäck, das wir mühsam die Treppen hochschleppen. Er meint den unsichtbaren Ballast, den wir tief in uns tragen. Die Sorgen um die Zukunft, den Druck auf der Arbeit, den Stress in der Familie oder einfach das Gefühl, ständig perfekt funktionieren zu müssen. Sein Angebot ist quasi das älteste und beste „All-Inclusive-Paket“ der Welt – und das komplett ohne versteckte Kosten.

Jesus lädt uns ein, bei ihm genau so zu sein, wie wir sind: erschöpft, urlaubsreif und vielleicht auch ein bisschen kopflos. Er fordert von uns keine spirituellen Höchstleistungen. Im Gegenteil: Im Text lobt er die Unbeschwertheit, die wir oft bei Kindern sehen – und die uns Erwachsenen im Alltagstrubel leider viel zu oft abhandenkommt. Kinder leben im Moment, sie machen sich keine Sorgen um das Morgen.

Egal, ob ihr in den nächsten Wochen in die Ferne reist, „Balkonien“ genießt oder einfach das De Baalje unsicher macht: Nehmt Jesu Einladung gerne mit in euer Reisegepäck. Gönnt euch Momente, in denen ihr nicht nur den Körper, sondern auch den Kopf komplett ausschaltet. Legt das Handy mal für einen Tag in die Schublade, spürt die Sonnenstrahlen und vertraut darauf, dass ihr den Ballast des Alltags für eine Weile getrost abgeben dürft. Sein Versprechen steht: Bei ihm ist die Last leicht.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gesegnete, herrlich erholsame und vor allem stressfreie Sommerzeit!

Euer Markus