Geschichten von Mut, der nicht laut sein muss
Manchmal habe ich das Gefühl, von Meinungen geradezu überflutet zu werden. Wer Nachrichten liest oder hört, merkt schnell: Viele Menschen erheben ihre Stimme. Manche Gedanken teile ich sofort, andere lassen mich den Kopf schütteln.
Dabei frage ich mich immer wieder, was es eigentlich bedeutet, die eigene Stimme zu erheben. Vielleicht hat es weniger mit Lautstärke zu tun, als wir zunächst denken. Eher mit Haltung. Mit dem Mut, zu sagen, was man für richtig hält. Oder einfach damit, das zu tun, wovon man überzeugt ist.
Vor einiger Zeit habe ich von meiner Tochter ein Buch geschenkt bekommen: Kick Ass Women von Mackenzi Lee. Darin werden 52 Frauen vorgestellt, deren Geschichten kaum bekannt sind – Frauen, die auf ihre eigene Weise Spuren hinterlassen haben.
Eine von ihnen ist Ursula Nordstrom. Sie war Kinderbuchverlegerin in den USA und hat die Kinderliteratur des 20. Jahrhunderts stark geprägt. Sie wollte Bücher veröffentlichen, die Kinder ernst nehmen – Bücher, die nicht nur heile Welt erzählen, sondern auch von den Fragen und Schwierigkeiten des Lebens. Unter ihrer Leitung erschienen Geschichten wie Wo die wilden Kerle wohnen oder Stuart Little.
Ursula Nordstrom war keine laute Heldin. Aber sie blieb ihrer Überzeugung treu, setzte sich für Autorinnen und Autoren ein und traute Kindern zu, dass sie mehr verstehen, als Erwachsene oft denken. Auf ihre Weise hat sie damit ihre Stimme erhoben.
Solche Geschichten faszinieren mich. Menschen, die aus innerer Überzeugung handeln, die ihrem Weg treu bleiben und damit die Welt ein kleines Stück verändern – manchmal leise, manchmal ganz unspektakulär.
Vielleicht geschieht darin mehr, als wir auf den ersten Blick sehen. Als Christinnen und Christen vertrauen wir darauf, dass Gottes Geistkraft in solchen Momenten wirkt: dort, wo Menschen ihre Begabungen einsetzen, wo sie Mut finden und etwas zum Guten verändern.
Und vielleicht beginnt das gar nicht im Großen. Manchmal reicht es schon, aufmerksam zu sein, klar zu bleiben oder das zu tun, was gerade dran ist.
Ich wünsche uns einen Sonntag, der Raum lässt für solche Gedanken – und vielleicht auch für die leisen Stimmen, die in uns selbst hörbar werden.
Kerstin
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