Sonntagsgruß von Daniel

Schon wieder Samen

Wer am vergangenen Sonntag gut zugehört hat, könnte an diesem Wochenende denken: Das kommt mir doch bekannt vor. Schon wieder erzählt Jesus vom Säen. Letzte Woche fiel der Samen auf ganz unterschiedlichen Boden. Diesmal wächst auf dem Acker nicht nur der Weizen, sondern mittendrin auch das Unkraut.

Die Helfer möchten am liebsten sofort loslegen und Ordnung schaffen. Doch der Gutsherr bremst sie: Lasst beides wachsen. Sonst reißt ihr am Ende mit dem Unkraut auch den Weizen aus.

Ich gebe zu: Dieser Satz kommt für mich gerade zur richtigen Zeit. Morgen fahre ich in den Urlaub – aus dem flachen Ostfriesland in die Berge des Bayerischen Waldes. Natürlich würde ich vorher gern noch alles erledigen, jede offene Frage klären und auf jedem Acker für Ordnung sorgen. Aber das klappt nicht. Und vielleicht muss es das auch gar nicht.

Manches darf eine Weile liegen bleiben. Manches braucht Zeit, um sich zu entwickeln. Und manches sieht mit ein wenig Abstand plötzlich ganz anders aus. Vielleicht hilft dabei auch der Blick von einem Berg – nicht nur, weil man von dort weiter sehen kann, sondern weil von oben manches kleiner wirkt, was unten noch riesengroß erschien.

Während ich mich auf den Weg in die Berge mache, ist eine andere große Reise bereits gestartet: Seit heute sind unsere Teamerinnen und Teamer mit den Kindern im Zeltlager in Lünne. Insgesamt 61 Menschen verbringen dort gemeinsam eine hoffentlich großartige Zeit. Auch dort wird in diesen Tagen ganz viel gesät: Gemeinschaft, Vertrauen, Mut, neue Freundschaften und vermutlich auch ein wenig Chaos. Was davon wächst und welche Geschichten später daraus entstehen, lässt sich jetzt noch gar nicht absehen.

Wer ein bisschen Zeltlagerluft schnuppern und verfolgen möchte, was in Lünne passiert, kann dem Lager gerne auf Instagram folgen.

Ich wünsche allen im Zeltlager eine wunderbare und gesegnete Zeit, allen, die ebenfalls unterwegs sind, gute Erholung – und uns allen etwas mehr Gelassenheit für das, was noch nicht fertig ist. Nicht alles muss heute sortiert werden. Manches darf einfach wachsen.

Ich verabschiede mich für eine Weile in den Urlaub und schicke euch einen herzlichen Gruß – morgen dann vermutlich schon irgendwo zwischen Wald und Bergen.

Herzlichst
euer Daniel