Gemeinsam unterwegs – in Vielfalt verbunden

Die vier eigenständigen katholischen Pfarreien – St. Joseph Neustadtgödens, St. Ludgerus Aurich, Maria – Hilfe der Christen Wiesmoor und St. Bonifatius Wittmund – bilden gemeinsam die Pfarreiengemeinschaft NeuAuWieWitt. Der Name ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus den Anfangssilben der vier Orte – und Ausdruck der Idee: zusammenwachsen in der Gemeinschaft, aber die Eigenständigkeit bewahren.

Im Bistum Osnabrück – wie in vielen anderen deutschen Diözesen – hat der Wandel kirchlichen Lebens in den vergangenen Jahren neue Strukturen notwendig gemacht. Weniger Priester, weniger Gläubige, größere pastorale Räume: Viele kleine Gemeinden wurden zusammengelegt. In Ostfriesland ist aus dieser Entwicklung jedoch kein zentralistisches Großpfarrei-Modell entstanden, sondern ein bewusst gewählter anderer Weg: die Bildung von Pfarreiengemeinschaften, in denen jede Gemeinde rechtlich und pastoral eigenständig bleibt.

Zum Dekanat Ostfriesland gehören derzeit folgende Pfarreiengemeinschaften:
  • NeuAuWieWitt
  • Emden/Borkum
  • Leer/Moormerland-Oldersum/Weener
  • Norden/Juist/Esens/Hage/Norderney/Langeoog/Baltrum
  • Rhauderfehn/Westoverledingen

Was eine Pfarreiengemeinschaft auszeichnet

Der entscheidende Unterschied zur Großpfarrei: In einer Pfarreiengemeinschaft bleiben alle bestehenden Kirchengemeinden erhalten – mitsamt ihren Kirchenvorständen, Pfarrgemeinderäten und der seelsorglichen Verantwortung vor Ort. Diese Struktur ermöglicht es, Nähe, Vertrautheit und Eigenverantwortung in den Gemeinden zu bewahren, auch wenn Ressourcen und Aufgaben zunehmend geteilt werden müssen.

Gerade in einer Flächenregion wie Ostfriesland zeigt sich die Stärke dieses Modells: Wer alle vier Gemeinden von NeuAuWieWitt nacheinander besucht, stellt schnell fest, dass dabei rund 125 Kilometer zurückgelegt werden. Die räumliche Distanz macht deutlich, wie wichtig die lokale Verwurzelung und Eigenständigkeit für das Gemeindeleben sind.

Gemeinschaft leben – digital und analog
Trotz der Entfernungen wächst die Zusammenarbeit stetig. Gemeinsame Gottesdienste, pastorale Teams, Veranstaltungen, Jugend- und Bildungsarbeit verbinden die Gemeinden. Auch digitale Medien wie diese Webseite tragen dazu bei, den Informationsfluss zu verbessern und den Zusammenhalt zu fördern – nach außen wie nach innen.

Die Pfarreiengemeinschaft NeuAuWieWitt lebt von der Vielfalt ihrer Orte – und von der Entscheidung, gemeinsam Kirche zu sein, ohne dabei das Eigene zu verlieren.

Ab den 1520er-Jahren setzte sich in Ostfriesland die Reformation durch, anfangs in lutherischer, später mehr und mehr in reformierter Prägung. Alle historischen Kirchen wurden protestantisch. Die Ausübung des katholischen Gottesdienstes war nur noch privat möglich.[4]

Die Herrlichkeit Gödens kam 1574 durch Heirat in den Besitz eines Zweigs der westfälischen Adelsfamilie von Frydag. Franz Ico von Frydag heiratete 1639 die katholische Freifrau Margarethe Elisabeth von Westerholt. Noch im selben Jahr wurde im Schloss Gödens eine katholische Hauskapelle errichtet, 1692 eine Missionsstation in Neustadtgödens.[2] Der ab 1544 durch Eindeichung und Neulandgewinnung entstandene Ort unterlag dem Pfarrzwang der reformierten Kirche in Dykhausen.[5] Doch durften für die zugewanderten Arbeitskräfte auch eine mennonitische[6] und eine lutherische Kirche sowie eine Synagoge gebaut werden[3] – eine außergewöhnliche Situation im Zeitalter der landesherrlichen Religionshoheit.

Ermöglicht durch eine Stiftung der Rentmeisters-Witwe Johanna Sophia Breneisen geb. Hoyerbeck[7] und gefördert durch Burchard Wilhelm von Frydag wurde 1715 das schlichte Kirchengebäude errichtet, das zugleich die Wohnung für den Geistlichen und Schulräume enthielt. Die Finanzierung ermöglichten überregionale Spendenaufrufe.[2]

Die Pfarrer – anfangs Jesuiten, ab den 1710er-Jahren Franziskaner der Sächsischen Franziskanerprovinz (Saxonia) – hatten bis zum Zweiten Weltkrieg ein großes Gebiet im Umkreis von 10 Stunden zu Fuß im Osten Ostfrieslands und im Norden Oldenburgs unter Einschluss von Esens, Wittmund und Wiesmoor zu betreuen. Einer der Franziskaner wohnte bis zum Aussterben der katholischen Familie von Frydag 1748 auf Schloss Gödens, der andere in Neustadt bei der Kirche. 1768 umfasste die katholische Gemeinde rund 600 Seelen, in der Folgezeit wurde die Zahl etwas geringer. Der letzte Franziskaner war von 1808 bis zu seinem Tod 1822 Theodorich Wiedau, ihm folgten Weltpriester des Bistums Osnabrück.[8] 1938 war Hermann Lange, einer der Lübecker Märtyrer, vertretungsweise Seelsorger an St. Joseph.[9]

In Folge des Zustroms katholischer Heimatvertriebener wurden neue Kirchen gebaut und das Pfarreigebiet verkleinert. Seit 1983 gibt es für die derzeit etwa 600 zu St. Joseph gehörenden Katholiken keinen eigenen Pfarrer mehr.[3]

Die nordsüdlich ausgerichtete Backstein-Kirche ist äußerlich nur durch den 8 m hohen, frei stehenden Glockenturm als Gotteshaus erkennbar. Das nördliche Drittel des Gebäudes mit rechteckigen Fenstern war Wohn- und Schulzwecken vorbehalten, der südliche Teil mit Rundbogenfenstern und -türen enthält den Kirchsaal, den eine flache Balkendecke überspannt.

Ein neues Zeichen

Zum ersten Mal 2010 beim Pfarreiengemeinschaftsfest in Neustadtgödens vorgestellt, stand das damalige Logo unserer Pfarreiengemeinschaft NeuAuWieWitt für den gemeinsamen Weg unserer vier Gemeinden. Entworfen von Michael Völker, war es in der Form eines Mandalas angelegt – ein Symbol für Einheit, Glaube und kosmische Verbundenheit. Das Kreuz teilte den Kreis in vier Bereiche – ein Bild für Himmel und Erde, für die vier Gemeinden, ihre Kirchen und Schutzpatron:innen. Im Zentrum: das Licht Gottes, das alles durchdringt und zusammenhält.

Heute – mehr als ein Jahrzehnt später – wurde das Logo in enger Abstimmung mit einer Werbeagentur grundlegend überarbeitet und in eine moderne, reduzierte Form überführt. Ziel war es, ein Erscheinungsbild zu schaffen, das nicht nur unsere Identität wahrt, sondern auch digital funktioniert – auf Smartphones, in sozialen Medien und auf unserer neuen Webseite.

Das neue Logo ist klar, einprägsam und vielseitig einsetzbar.
Es nimmt weiterhin Bezug auf die vier Gemeinden, die unsere Pfarreiengemeinschaft bilden.

Während das ursprüngliche Logo weiterhin in einigen Kirchen als Bild erhalten bleibt, begleitet uns das neue Signet in der Gegenwart: Es steht für ein lebendiges Miteinander, klare Kommunikation und den gemeinsamen Auftrag, den Glauben in die heutige Zeit zu tragen.