Sonntagsgruß von Frank

Beim Evangelium des kommenden Sonntags (Mt 22,1–14) kommt mir spontan der moderne englische Slogan “ Save the Date“ – „Merke Dir das Datum“ in dem Sinn. Natürlich frage ich mich, ob der König, von dem wir im Evangelium hören, auch schon den Festsaal für seinen Sohn ein bis zwei Jahre im Voraus gebucht hat.
Im Matthäus Evangelium erzählt Jesus von einem König, der zur Hochzeit seines Sohnes einlädt. Das Fest ist vorbereitet, die Tische sind gedeckt – eigentlich fehlt nur noch eines: die Gäste.
Und genau darin liegt vielleicht die überraschende Botschaft dieses Evangeliums: Gott lädt ein. Er wartet nicht darauf, dass wir zuerst perfekt sind, alles verstanden haben oder unser Leben im Griff haben. Seine Einladung steht.
Aber eine Einladung kann man annehmen – oder ausschlagen.
Vielleicht kennen wir das auch aus unserem Alltag: Manchmal sind wir so beschäftigt mit dem, was gerade dringend erscheint, dass wir das Schöne, das uns geschenkt wird, gar nicht wahrnehmen. Ein Gespräch. Ein Mensch, der uns braucht. Ein Moment der Ruhe. Ein Grund zur Freude.
Das Evangelium fragt uns deshalb heute ganz schlicht:
Wofür bin ich eigentlich eingeladen?
Wo wartet Gott gerade auf meine Antwort?
Und dann ist da noch das Hochzeitsgewand. Es erinnert daran: Wer Gottes Einladung annimmt, darf sich auch innerlich verändern lassen. Christsein bedeutet nicht nur, irgendwann einmal „Ja“ zu Gott gesagt zu haben. Es bedeutet, dieses Ja im Alltag anzuziehen – in unseren Worten, in unserer Geduld, in unserer Bereitschaft zu vergeben und in unserer Aufmerksamkeit für andere.
Vielleicht nehmen wir heute einen Gedanken mit:
Gottes Tisch ist gedeckt. Seine Einladung gilt.
Die Frage ist nicht zuerst: Bin ich würdig?
Sondern: Bin ich bereit, mich einladen und verwandeln zu lassen?

Euer,
P. Frank Roßmann