Bleib sitzen, lass gut sein!
Oder lieber „Hab Mut, steh auf!“ Der Katholikentag in Würzburg steht in diesen Tagen unter diesem Leitwort. Dieses Wort aus dem Markusevangelium ist mehr als ein schöner Satz. Es ist eine Einladung, sich nicht von Angst, Müdigkeit oder Resignation bestimmen zu lassen. Es ist ein Ruf, aufzustehen — innerlich und äußerlich. Genau das braucht unsere Zeit.
Denn viele Menschen erleben Unsicherheit: in der Weltpolitik, in der Kirche, im persönlichen Alltag. Manche fragen sich, ob ihre Stimme überhaupt noch etwas zählt. Andere sind müde geworden vom Streit, von schlechten Nachrichten und von der Sorge um die Zukunft. Das Leitwort des Katholikentags setzt dem etwas entgegen: Hab Mut. Steh auf. Bleib nicht liegen bei dem, was dich niederdrückt.
Der Katholikentag ist ein Ort, an dem dieser Mut Gestalt gewinnen kann. Dort kommen Menschen zusammen, die ihren Glauben teilen und zugleich unterschiedlich denken, leben und hoffen. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Stärke. Kirchen (katholische wie evangelische) leben davon, dass Menschen einander zuhören, sich gegenseitig bestärken und gemeinsam fragen, wie Glaube heute sichtbar werden kann. Das Leitwort erinnert daran, dass Christsein keine Vertröstung ist, sondern eine Haltung, die aufrichtet und Verantwortung übernimmt.
„Hab Mut, steh auf!“ — das gilt nicht nur für große kirchliche Fragen. Es gilt auch im Kleinen: wenn jemand neu anfangen muss, nach einer Krise wieder Vertrauen sucht oder sich traut, für Frieden und Gerechtigkeit einzutreten. Oft beginnt Veränderung mit einem einzigen Schritt. Nicht mit Lautstärke, sondern mit innerer Entschlossenheit.
Gerade darin liegt die Kraft des Katholikentags: Er macht Mut, sich nicht wegzuducken, sondern aufzustehen für das Leben, für die Würde des Menschen und für die Hoffnung, die Christen tragen. Das Leitwort ist darum nicht nur eine Ermutigung für die Teilnehmenden, sondern eine Botschaft an uns in Ostfriesland.
Vielleicht ist das die wichtigste Erfahrung: Gottes Zuspruch ruft nicht in die Bequemlichkeit, sondern in die Bewegung. „Hab Mut, steh auf!“ — das ist ein Wort für die Kirche. Und ein Wort für unsere Zeit.
Schöne Grüße aus Würzburg!
Ihr und euer
Dennis
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