07.03.26 | Sonntagsgruß von Dennis

Die Sonne lässt sich wieder länger blicken, die Luft wird milder, die ersten Blumen wagen sich aus der Erde. Der Frühling klopft an – und mit ihm sind die Menschen wieder mehr draußen unterwegs: zu Fuß, mit dem Fahrrad, auf den Bänken vor den Häusern, auf dem Grün am Georgswall in Aurich, auf Spielplätzen und an Kreuzungen, wo man „mal eben kurz“ stehenbleibt und ein paar Worte miteinander wechselt.

Die Bibel erzählt uns an diesem Sonntag von einem besonderen Treffpunkt im Freien: dem Jakobsbrunnen. Dort begegnet Jesus einer Frau, die eigentlich nur Wasser holen wollte – Alltag, Routine, wie so oft. Und doch wird dieser Moment zu einer Wendung in ihrem Leben. Jesus spricht sie an, hört ihr zu, nimmt sie ernst. Aus einem Schluck Wasser wird ein Gespräch, das ihre innere Wüste berührt und zum Blühen bringt.

Vielleicht ist dieser Frühling eine Einladung, unsere „Brunnenplätze“ neu zu entdecken:

  • die Bank vor dem Haus,
  • der Spielplatz,
  • der Fahrradweg,
  • die Terrasse eines Cafés,
    überall dort, wo Menschen sich treffen, kurz innehalten, ein paar Sätze wechseln.

So wie Jesus sich an den Brunnen setzt, dürfen auch wir uns Zeit nehmen: für ein echtes Nachfragen, ein ehrliches Zuhören, einen freundlichen Blick. Vielleicht braucht jemand genau das – ein Wort, das gut tut, ein Interesse, das zeigt: Du bist nicht unsichtbar.

Die Frau am Jakobsbrunnen lässt ihren Wasserkrug stehen und läuft zurück ins Dorf. Was sie mitnimmt, ist mehr als Wasser: Sie trägt die Erfahrung weiter, gesehen und geliebt zu sein. So kann auch unser Unterwegssein in diesen Frühlingstagen mehr sein als „nur“ Spazierengehen oder Radfahren. Wir können – ganz unspektakulär – Spuren von lebendigem Wasser hinterlassen: ein Lächeln, eine Ermutigung, ein kurzes Gespräch, das jemandem den Tag heller macht.

Bitten wir Gott, dass er unseren Blick schärft für die Menschen, denen wir draußen begegnen. Dass wir – wie Jesus am Brunnen – nicht achtlos vorbeigehen, sondern bereit sind, einen Augenblick zu verschenken. Dann kann dieser Frühling nicht nur die Natur aufblühen lassen, sondern auch unsere Beziehungen.

Ich wünsche Ihnen und euch einen gesegneten Sonntag – mit vielen kleinen „Brunnenmomenten“, in denen Gottes lebendiges Wasser spürbar wird.

Ihr und euer
Dennis