Liebe NeuAuWieWittler, liebe Gäste,

kennt ihr das, wenn man in den Urlaub fährt und versucht, den halben Hausstand einzupacken? Nur für den Fall, dass es regnet. Oder heiß wird. Oder plötzlich eine Wandertour, eine Hochzeit und ein Mückenansturm gleichzeitig stattfinden. Irgendwann ist der Koffer voll, die Nerven liegen blank – und am Ende trägt man doch nur die drei Lieblingsshirts. Der Rest war Ballast.

Ein bisschen musste ich daran denken, als ich das Evangelium für diesen Sonntag gelesen habe (Lk 14, 25–33). Jesus sagt: Wer ihm folgen will, soll zuerst überlegen, was er bereit ist dafür zu geben. Klingt erst mal ziemlich unromantisch. Aber ehrlich gesagt – auch befreiend. Denn es heißt auch: Du musst nicht alles mitnehmen. Nicht alles schaffen. Nicht alles gleichzeitig wollen. Sondern dich entscheiden. Und dann mit Herz und Haltung dabeibleiben.

Aktuell ist ja wieder so eine Zeit, in der alle irgendwas planen, bauen, vorbereiten. Schulstart, Haushaltsberatungen, Vereinsfeste, Wahlkampf. Und manchmal wirkt das alles wie ein großer Stapel ungepackter Koffer. Manches muss sein – anderes darf vielleicht einfach auch mal bleiben. Weil’s nicht dran ist.

Jesus lädt uns nicht zu einem bequemen Spaziergang ein, aber auch nicht zu einer Überforderung. Sondern zu einem ehrlichen Weg mit leichtem Gepäck – aber klarem Ziel.

Ich wünsche euch einen Sonntag, an dem ihr nicht alles gleichzeitig tragen müsst. Sondern spürt: Es reicht, mit dem loszugehen, was wirklich zählt.

Herzlichst,
euer Daniel