Georgswall 15, 26603 Aurich
Öffnungszeiten:
Montags, Dienstags und Freitags: 08.30 bis 12.30 Uhr
Donnerstags: 15.00 bis 18.00 Uhr
Tel.: 04941- 3031
E-Mail: s.vogelsang@bistum-os.de
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Donnerstags: 15.00 bis 18.00 Uhr
Nach der Reformation existierte im lutherischen Aurich keine römisch-katholische Kirchengemeinde mehr, und die Emder Konkordate verhinderten bis ins 19. Jahrhundert die Neubildung einer solchen. Erst am 2. Mai 1849 genehmigte die königliche Regierung in Hannover den Bau einer katholischen Kirche, begünstigt durch die wachsende Zahl katholischer Gläubiger. Das schlichte, zunächst turmlose Gotteshaus wurde am 17. Oktober 1849 geweiht.
Die Kirche entstand außerhalb des historischen Stadtkerns am südlichen Stadtwall und wurde dem heiligen Liudger, dem Friesenmissionar, geweiht. Der heilige Ludgerus wurde um 742 in Friesland geboren und 777 zum Priester geweiht. Er missionierte den westlichen und südlichen Teil Ostfrieslands, während der Angelsachse Willehad den Norden und Osten des Landes zur Missionierung erhielt. 804/805 zum Bischof geweiht, gründete er das Bistum Münster und die Benediktinerabteien Helmstedt und Werden. Er starb am 26. März 809.
Mit dem Wachstum der Stadt wuchs auch die St.-Ludgerus-Gemeinde. Bereits 1903 war eine Erweiterung der Kirche notwendig. In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Gemeinde nochmals deutlich – viele Vertriebene aus Schlesien fanden in Aurich eine neue Heimat.
Heute zählt die Pfarrgemeinde St. Ludgerus über 4.000 Mitglieder.
Die Kirche entstand in zwei deutlich erkennbaren Bauabschnitten. Der Bau von 1849 war eine kleine, verputzte Saalkirche mit geradem Chorschluss in schlichten neuromanischen Formen. Die ursprüngliche Länge wird durch die drei mittleren Fenster mit ihren Bögen aus dunkleren Ziegeln im Mauerwerk markiert.
Bei der Erweiterung 1903 wurde im Süden ein neuer großer Altarraum angefügt. Auf der Stadtseite im Norden wurde der Kirchsaal um ein Joch verlängert und eine repräsentative Portalfassade mit Ziergiebel und Turm vorgesetzt. Der Turm mit seinem Spitzhelm wurde dabei in den verlängerten Kirchsaal und den Portalgiebel integriert. Die neue Nordfront aus unverputztem Backsteinmauerwerk ist mit Bogenfriesen und Lisenen gegliedert.
Der Innenraum der Pfarrkirche wurde 2008 von Grund auf erneuert und restauriert. Die Orgelempore wurde 1996 erneuert.
Ein besonderes Kunstwerk ist der Kerzenleuchter, der im Kirchenraum hängt – ein päpstliches Geschenk für die deutsche Diaspora. Er stammt aus einer Kunstausstellung des Vatikans und ist eine belgische Arbeit vom Ende des 19. Jahrhunderts. Um Maria mit dem Kind sind 16 Kerzenarme angeordnet. Die Kerzen werden an den Hochfesten sowie im Mai, Oktober und Dezember angezündet.
Der Tabernakel steht in einer Nische rechts. Auf seinen Türen stehen nach einem Entwurf von Josef Stader die Worte: „CARITATE PERPETUA DILEXIT TE“ (Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt).
Auf der Orgelempore befindet sich ein Wandteppich, der die Geschichte des heiligen Ludgerus darstellt und an den Kirchenpatron erinnert.
Die Orgel wurde 1997 von Bernhardt Edskes errichtet, der das Unterwerk als Flötenwerk konzipierte. Das zweimanualige Werk verfügt über 15 Register mit Hauptwerk, Unterpositiv und Pedal.
Ursprünglich hingen zwei Glocken in den Tönen fis‘ und ais‘ im Turm, beide 1904 von der Glockengießerei Otto in Bremen-Hemelingen gegossen. Die große Glocke wurde in einem der Weltkriege für Rüstungszwecke eingeschmolzen. Die kleine Glocke überlebte beide Kriege und läutet bis heute.
Von den beiden weiteren heutigen Glocken stammt die große aus Olmütz in Mähren (Gussjahr 1516) und die kleine aus Ullersdorf in Niederschlesien (Gussjahr 1476). Sie wurden dort im Zweiten Weltkrieg beschlagnahmt und auf den Hamburger Glockenfriedhof gebracht, blieben jedoch vor dem Einschmelzen bewahrt und wurden 1951 in Aurich wiederverwendet.
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