Obwohl der 20. im September auf einen Sonntag fiel, kamen 17 Klüngeltüngels zusammen, um eine Führung unter einem besonderen Thema zu machen: „Die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges und das Kriegsende in Aurich“. Um 14 Uhr trafen sie sich im historischen Museum mit Frau Pollmann, die zunächst eine ausführliche Darstellung des Geschehens gab. 

Am 3. Mai 1945 ist in Aurich jederzeit mit einem Angriff zu rechnen, denn kanadische Truppen stehen mit 100.000 Mann kurz vor der Stadt. Es gab den Befehl, Aurich bis zum letzten Mann oder bis zur letzten Patrone zu verteidigen. Wer sich dem in irgendeiner Form widersetzen sollte, begab sich in Lebensgefahr.

Trotzdem regt sich Widerstand gegen die Verteidigung, die Auricher fordern auf Protestversammlungen, ihre Stadt kampflos zu übergeben. Es soll mit den Kanadiern Kontakt aufgenommen werden. Unter widrigsten Bedingungen gelingt es Friedrich van Senden und Heinrich Alberts in der Nacht vom 3. Mai auf eigene Faust, mit dem zuständigen Kommandeur Roberts zu sprechen. Der befiehlt eine einseitige Waffenruhe bis zum 4. Mai, 12 Uhr. Bis dahin soll eine Auricher Delegation zu Verhandlungen bei den Kanadiern sein. Gerade noch rechtzeitig trifft diese Abordnung ein, die Verhandlungen beginnen und sind erfolgreich – Aurich wird verschont!

Die mutigen Männer und Frauen, die sich unter Einsatz ihres Lebens für Aurich eingesetzt haben, sind auf einer Tafel am Eingang des Museums aufgeführt. Dabei ist auch der kanadische Brigadier Roberts zu sehen, der maßgeblichen Anteil am friedlichen Kampfende hatte.

Anschließend begann Frau Pollmann die Führung zu einigen markanten Stellen in der Stadt, an denen sie entsprechende Erläuterungen gab. Trotz starkem Wind und immer wieder Regenschauern harrten alle bis zum Ende aus.

Fazit: Es war ein hochinteressanter Nachmittag, die Führung ist auf jeden Fall empfehlenswert!

Nach etwa 1,5 Stunden verabschiedeten sich die Klüngeltüngels und erholten und stärkten sich im Eiscafé im Caro.