„Das war ein schöner Tag! Im nächsten Jahr fahre ich wieder mit!“ Das war die einhellige Meinung der TeilnehmerInnen am Ende des Ausflugstages von „Urlaub ohne Koffer“.
Morgens um 8.45Uhr starteten drei vollbesetzte Kirchenbullis bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Bad Zwischenahn. Hier war zunächst die Aalräucherei Bruns das Ziel. Bevor die Werksbesichtigung begann, gab es das obligatorische Rosinenbrot. Wat mutt, dat mutt!

Danach wurden die Gruppe von einem Mitarbeiter der Firma Bruns begrüßt, der sie zunächst über seine Firma und anhand eines Filmes über den Werdegang des Aales informierte.

Die Räucherei Bruns ist ein alteingesessenes Familienunternehmen. Es besteht seit 1876 und hier werden jährlich 100t Aale und die gleiche Menge an Lachs geräuchert.
Die Firma legt allergrößten Wert auf frische Ware. Deshalb werden die Aale vom Züchter lebend angeliefert und verbringen die Zeit bis zur Schlachtung in Bassins. Bevor sie geschlachtet werden, werden sie betäubt, anschließend elektrisch aufgeschnitten, das Gekröse abgesaugt und mit Bürsten gesäubert. Die Aale werden mit einem Metallstift am Ansatz des Kopfes durchstochen und in ein fahrbares Gestell gehängt. Sie sind fertig zum Räuchern.
Der Aal kann sich nur im Sargasso Meer, das vor den Küsten Floridas liegt, fortpflanzen. So machen sich alle Aale aus ihrer europäischen Heimat nach 6-10 Jahren – erst dann sind sie geschlechtsreif – auf die zweijährige Wanderung, um dort in ca 500 m Tiefe abzulaichen und anschließen zu sterben.
Nach dem Schlüpfen treiben die Aal-Larven 3 – 4 Jahre lang mit dem Golfstrom zurück nach Europa. Vor Englands Küsten werden die sogenannten Glas-Aale für die Zucht abgefischt. Die anderen verteilen sich wieder über die Flüsse in ihre neuen Reviere.
Zur Besichtigung mussten alle TeilnehmerInnen Schutzkleidung anziehen, Mantel, Haube und Überschuhe. Dann ging es in den Bereich der Räucherkammern, und Herr Behrens erklärte der Gruppe, wie der Prozess des Aal- bzw. Lachsräuchern vor sich geht.

Bei 300°C Hitze werden sie 2-3 Minuten getrocknet. Dadurch verschwinden die eingerollten Bauchlappen. Inzwischen wird in dem Räucherraum ein Feuer aus Buchen- oder Erlenholz entfacht, das mit Sägespänen abgeschüttet wird, so dass keine Flammen mehr zu sehen sind, sich aber ein undurchdringlicher Rauch bildet. In diesem Rauch hängen die Aale 2-3 Stunden bei einer Temperatur von 60-70°C.

Eine andere Räucherart ist die Kalträucherung. Sie kommt ausschließlich beim Lachs zur Anwendung. Bei der Kalträucherung darf die Temperatur nicht über 20° ansteigen. Dafür bleibt der Fisch drei Tage im Rauch. Anschließend wird das Filet schockgefrostet, in Scheiben geschnitten und verpackt.
Nachdem alle offenen Fragen beantwortet waren, verabschiedete Herr Behrens die Gruppe mit dem „Aalschluck“ und dem Ammerländer Trinkspruch: Ik seh di – Dat freit mi – Ik sup die to – Dat do!

Im angeschlossenen Restaurant ging es dann zum Mittagessen. Es gab Backfisch mit Kartoffelsalat.
Nach einer einstündigen Freizeit, die von den TeilnehmerInnen individuell genutzt wurde, unternahm die Gruppe eine Schiffsfahrt über das „Zwischenahner Meer“. An Bord war schon der Kaffeetisch gedeckt und so konnten sie bei Kaffee und Kuchen den Ausführungen des Kapitäns folgen und die schöne Umgebung bewundern.

Die Zeit verging wie im Flug, die Schiffsfahrt war zu Ende und die Gruppe machte sich mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck auf den Heimweg.
Für die Organisation von „Urlaub ohne Koffer“ braucht es viele Menschen, die sich kümmern. Herzlichen Dank dafür an Markus für die Flyer, an Sabine für Anmeldungen annehmen, an Susanne fürs Besorgen der Bullis, an Delia, Horst und Klaus fürs Fahren und Marlies und Ida für die Betreuung.