Was passiert, wenn sich 23 Menschen zwischen 2,5 und über 80 Jahren auf den Weg machen? Es wird erzählt, gelacht, nachgedacht – und zwischendurch wird es auch mal ziemlich nass.

Unter dem Motto »Pilgern ist sehen lernen« lud »Glaube im Gespräch« zum gemeinsamen Pilgern durch den Neuenburger Urwald ein. Auf rund 8,5 Kilometern ging es nicht nur darum, Strecke zu machen. Wir wollten unterwegs sein – miteinander und mit uns selbst.

Unser Weg wurde von kurzen Impulsen zu Gedanken des Franziskaners Richard Rohr begleitet, die wir für den Pilgerweg aufbereitet hatten. Sie luden immer wieder dazu ein, den Blick auf das eigene Leben zu richten und persönliche Erfahrungen und Fragen in den Weg einzubeziehen.

Was beschäftigt mich gerade? Was darf ich für einen Moment loslassen? Und wie würde ich mich selbst sehen, wenn ich mich mit Gottes Augen betrachten würde – jenseits von Leistung und Erfolg?

Auch Veränderungen und Krisen bekamen Raum. Vielleicht muss manchmal etwas Altes losgelassen werden, damit Neues wachsen kann. Und vielleicht ist das Leben ohnehin viel weniger eindeutig, als wir es gerne hätten: Wir können mutig und gleichzeitig ängstlich sein, glücklich und traurig, stark und verletzlich. Beides darf wahr sein. Die Impulse luden dazu ein, nicht sofort zu bewerten, sondern manches einfach erst einmal so stehen zu lassen – und offen zu sein für das, was sich unterwegs zeigen kann.

Viel wichtiger als große Antworten war dabei das gemeinsame Unterwegssein. Wir haben erzählt, zugehört, gelacht und uns ausgetauscht. Wir wurden nass – und wieder trocken. Wir teilten unser Essen und ließen den Tag bei einem Stück Kuchen oder einem Eis ausklingen.

So wurde aus 8,5 Kilometern ein gemeinsamer Tag mit Zeit für Begegnung, Natur, Gedanken und Glauben. Ein Tag, der vielleicht noch ein wenig nachwirkt.

Bilder: Rita Meyer-Brunken und Kerstin Kröger
Text: Kerstin Kröger