Wenn wir an Esel denken, fällt uns meistens sofort ein bestimmtes Wort ein: störrisch. Doch dass dieses Vorurteil so gar nicht stimmt und Tiere manchmal einen viel besseren Durchblick haben als wir Menschen, lernten die Kinder unserer Gemeinde am vergangenen Sonntag. Parallel zur Heiligen Messe fand im Bonihaus wieder ein lebendiger Kindergottesdienst statt, der ein echtes „Aha-Erlebnis“ für alle Beteiligten bereithielt.

Im Mittelpunkt stand dieses Mal eine biblische Erzählung, die heute gar nicht mehr so bekannt ist, obwohl sie eine fantastische Botschaft hat: Die Geschichte vom Seher Bileam und seiner Eselin.

Im Mittelpunkt stand dieses Mal eine heute eher unbekannte, aber faszinierende biblische Erzählung aus dem Alten Testament: die Geschichte vom Seher Bileam und seiner Eselin. Bileam war auf seinem Reittier unterwegs, ohne zu wissen, dass ein unsichtbarer Engel Gottes ihm den Weg versperrte. Die Eselin jedoch erkannte die Gefahr und wich dreimal aus – sie lief ins Feld, drängte sich an eine Mauer und legte sich schließlich ganz hin, um ihren Reiter zu schützen. Bileam, der den Engel nicht sah, hielt sein Tier für starrsinnig und schlug es wütend. Erst als Gott das Tier sprechen ließ und Bileam die Augen öffnete, verstummte sein Zorn. Er erkannte, dass nicht der Esel das Problem war, sondern seine eigene Blindheit. Seine Eselin war die Einzige gewesen, die Gottes Weisung sofort verstanden und ihm das Leben gerettet hatte.

Diese spannende Vorlage nutzten die Mitarbeiter des Kindergottesdienstes, um mit den Kids ins Gespräch zu kommen. Gemeinsam wurde über Themen nachgedacht, die aktueller nicht sein könnten. Die Kinder unterhielten sich ausgiebig über die Sinne der Tiere, die jene von uns Menschen oft deutlich übertreffen. Ob der feine Geruchssinn oder die sensible Wahrnehmung – Tiere spüren Gefahren oft lange vor uns. Das führte die Gruppe direkt zu den Themen Gerechtigkeit und Tierschutz. Die Kinder waren sich schnell einig, dass die Eselin von Bileam völlig ungerecht behandelt und bestraft wurde, obwohl sie nur das Richtige tat. Für die kleinen Teilnehmer war das ein wichtiger Impuls dafür, wie entscheidend ein liebevoller und respektvoller Umgang mit Gottes Schöpfung ist.

Damit die Erinnerung an diese kluge Eselin auch im Alltag lebendig bleibt, wurde im Bonihaus anschließend fleißig gebastelt. Jedes Kind gestaltete einen eigenen kleinen Esel aus Pappkarton. Zum feierlichen Abschluss des Vormittags zogen die Kinder gemeinsam in die Kirche ein und präsentierten der gesamten Gemeinde zum Ende der Heiligen Messe stolz ihre selbstgebastelten Kunstwerke.

Text und Fotos: Markus Husen